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Libertex vs eToro: Wer ist günstiger?

Spreads, Kommissionen und Overnight-Gebühren im direkten Kostenvergleich für deutsche Trader

Thomas Weber
By Thomas Weber Senior Finanzanalyst
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Welcher Broker hat niedrigere Gesamtkosten: Libertex oder eToro?

Libertex ist für aktive Intraday-Trader oft kostengünstiger, wenn die angezeigte Gesamtkommission unter dem effektiven eToro-Spread liegt und Positionen nicht über Nacht gehalten werden. Bei länger gehaltenen Positionen, Copy Trading oder ungehebelten Aktieninvestments kann eToro die günstigere Wahl sein.

Basierend auf einer Analyse der offiziellen Gebührentabellen beider Anbieter (Stand: Oktober 2026)

Warum dieser Kostenvergleich 2026 besonders relevant ist

Der Libertex-eToro-Kostenvergleich ist 2026 aktueller denn je. Das gestiegene Zinsniveau der vergangenen Jahre hat die Overnight-Finanzierungskosten für gehebelte CFD-Positionen deutlich erhöht, was die Gesamtrechnung für Trader grundlegend verändert hat. Wer 2020 noch mit vernachlässigbaren Swap-Kosten kalkulierte, zahlt heute bei identischen Positionen spürbar mehr.

Gleichzeitig werben beide Plattformen mit vereinfachten Gebührenversprechen. Libertex betont sein Modell ohne klassischen Bid-Ask-Spread und mit angezeigter Kommission beim Öffnen einer Position. eToro hebt hervor, dass für viele Instrumente keine separate Orderkommission anfällt. Beide Aussagen sind korrekt, aber unvollständig. Die entscheidende Frage lautet: Was zahlt ein Trader tatsächlich, wenn man Spread, Kommission, Overnight-Gebühr und sonstige Kosten zusammenrechnet?

Für deutsche Anleger kommt ein weiterer Faktor hinzu: die steuerliche Behandlung von CFD-Gewinnen und -Verlusten. Seit der Änderung der Verlustverrechnungsregeln 2021 können CFD-Verluste nur noch mit CFD-Gewinnen verrechnet werden, und das nur bis zu 20.000 Euro pro Jahr. Wer bei einem ausländischen Broker handelt, muss Gewinne selbst über die Anlage KAP in der Steuererklärung angeben. Beide Anbieter, Libertex und eToro, sind keine deutschen Inlandsbroker und stellen daher keine automatische Abgeltungssteuer-Abführung sicher. Das erhöht den administrativen Aufwand und sollte in die Gesamtkostenbetrachtung einfließen.

Dieser Vergleich analysiert die realen Gesamtkosten anhand konkreter Handelsszenarien, benennt die Bedingungen, unter denen Libertex tatsächlich günstiger ist, und zeigt, wann eToro die bessere Wahl darstellt. Mehr zur Gebührenstruktur im Jahresüberblick finden Sie in unserem Artikel CFD-Broker Kosten im Jahresvergleich.

Wichtiger Hinweis: Overnight-Kosten vor dem Trade prüfen

Bei gehebelten CFD-Positionen, die über Nacht oder über das Wochenende gehalten werden, können die Finanzierungskosten den Spread-Vorteil eines Brokers schnell übertreffen. eToro berechnet für Positionen, die über das Wochenende offen bleiben, drei Übernacht-Gebühren gleichzeitig. Prüfen Sie daher vor jedem Trade den konkreten Swap-Satz für das jeweilige Instrument und Ihre Handelsrichtung. Mehr dazu in unserem Artikel <a href="/was-sind-overnight-swaps-bei-cfds-und-wie-vermeide-ich-sie">Was sind Overnight-Swaps bei CFDs?

Drei konkrete Handelsszenarien im Kostenvergleich

Szenario 1: Aktiver EUR/USD-Intraday-Handel

Angenommen: 20 vollständige Trades pro Monat, Positionsgröße je 10.000 Euro Nominalwert, alle Positionen werden am selben Tag geschlossen. Bei eToro entspricht der Beispielwert von 0,005 Prozent für EUR/USD rechnerisch etwa 0,50 Euro pro Trade-Seite, also rund 1 Euro für Eröffnung und Schließung. Bei 20 vollständigen Trades ergibt das überschlägig 20 Euro Spreadkosten im Monat. Bei Libertex hängt die Belastung vom zum Ausführungszeitpunkt angezeigten variablen Kommissionswert ab. Liegt dieser unter dem effektiven eToro-Spread, hat Libertex den Kostenvorteil.

Szenario 2: Aktien-CFD mit zwei Tagen Haltedauer

Positionswert 5.000 Euro, zwei Handelstage, kein Wochenendhalten. Libertex berechnet bei Aktien-CFDs typischerweise 0,1 bis 0,2 Prozent des Volumens. Bei 0,1 Prozent je Seite entstehen etwa 10 Euro für Ein- und Ausstieg, bei 0,2 Prozent etwa 20 Euro. eToro nennt für Aktien-CFDs einen Beispielspread von rund 0,15 Prozent, was bei 5.000 Euro ungefähr 15 Euro für den Round Turn ergibt, vor Overnight-Kosten. Das Ergebnis: Bei Libertex 0,1 Prozent ist Libertex günstiger. Bei 0,2 Prozent kann eToro vorn liegen.

Szenario 3: Position über das Wochenende

Das ist das Szenario, in dem die Broker-Wahl am stärksten ins Gewicht fällt. eToro berechnet für über das Wochenende gehaltene CFD-Positionen drei Übernacht-Gebühren auf einmal. Bei einem erhöhten Zinsniveau, wie es 2024 und 2025 vorherrschte, können diese Kosten für gehebelte Aktien- oder Index-CFDs schnell die Größenordnung des ursprünglichen Spreads erreichen oder übertreffen. Libertex erhebt ebenfalls Swap-Kosten für gehebelte Overnight-Positionen. Ein fairer Vergleich erfordert hier die Eingabe identischer Parameter in beide Gebührenrechner. Ohne diese Angaben ist keine pauschale Aussage möglich. Für Swing-Trader empfiehlt sich daher ein genauer Blick auf unseren Artikel CFD-Broker für Swing-Trading.

Nicht gehebelte Kaufpositionen bei eToro, die tatsächlich mit dem Basiswert besichert sind, unterliegen dagegen nicht denselben CFD-Finanzierungskosten. Das ist ein relevanter Unterschied für Anleger, die Aktien oder ETFs ohne Hebel kaufen möchten.

Was Anfänger zusätzlich in die Kostenrechnung einbeziehen sollten

Copy Trading: Wo liegen die echten Kosten?

eToros CopyTrader-Funktion erhebt keine zusätzliche Gebühr für das Kopieren selbst. Der Mindestbetrag für das Kopieren eines Traders liegt aktuell bei 200 US-Dollar, einzelne kopierte Positionen müssen mindestens 1 US-Dollar groß sein. Die normalen Handelsgebühren, also Spreads und Overnight-Kosten, bleiben jedoch bestehen. Für Anfänger, die von erfahrenen Tradern lernen möchten, ist das ein echter Vorteil gegenüber Libertex, das primär auf eigenständiges Trading ausgerichtet ist. Mehr zum Thema finden Sie in unserem Vergleich Copy Trading vs CFD-Trading.

Demokonto und Onboarding

Beide Anbieter stellen einen Demo-Modus bereit. Anfänger sollten vor der Entscheidung prüfen, ob die Demo-Spreads realistisch sind und ob Overnight-Kosten simuliert werden. Ein Demokonto, das keine Finanzierungskosten berechnet, vermittelt ein verzerrtes Bild der realen Handelskosten.

Einzahlungen und Währungsumrechnung

Für deutsche Kunden ist die Frage der Kontowährung besonders relevant. Eine Einzahlung in Euro, die in eine andere Kontowährung umgerechnet wird, erzeugt zusätzliche Kosten durch den Wechselkursaufschlag. Bei kleinen Konten kann bereits ein Aufschlag von wenigen Basispunkten die Kosten eines einzelnen Trades übersteigen. SEPA-Überweisungen sind in der Regel die günstigste Einzahlungsmethode für deutsche Trader. Kreditkarten-Einzahlungen können bei deutschen Banken als Bargeldvorschuss gewertet werden und zusätzliche Bankgebühren auslösen.

Inaktivitätsgebühr als unterschätzter Kostenfaktor

Libertex kann nach mehr als 180 Tagen ohne Handels- oder Finanztransaktion 10 Euro pro Monat berechnen. Wer das Konto also nur gelegentlich nutzt oder eine längere Handelspause einlegt, sollte diesen Posten in die Gesamtrechnung einbeziehen. Für günstigere Alternativen mit niedrigen Einstiegskosten lohnt sich auch ein Blick auf unsere Übersicht der günstigsten CFD-Broker.

Libertex

Libertex

4.4

Variable Kommissionen transparent beim Trade-Öffnen angezeigt

Min. Einzahlung: $100

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Häufige Fragen zum Libertex-eToro-Kostenvergleich

Ist Libertex wirklich günstiger als eToro beim CFD-Trading?
Libertex ist nicht pauschal günstiger. Für aktive Intraday-Trader, die Positionen am selben Tag schließen, kann Libertex durch niedrige angezeigte Kommissionen vorteilhaft sein. Bei länger gehaltenen Positionen, Wochenend-Trades oder Copy Trading kann eToro die günstigere Wahl sein. Die Gesamtkosten müssen immer pro Instrument und Haltedauer verglichen werden.
Wie berechnet eToro die Overnight-Gebühren für CFD-Positionen?
eToro berechnet für gehebelte CFD-Positionen eine tägliche Finanzierungsgebühr. Für Positionen, die über das Wochenende offen bleiben, werden drei Übernacht-Gebühren gleichzeitig belastet. Das kann Swing-Trader erheblich belasten. Nicht gehebelte Kaufpositionen, die tatsächlich mit dem Basiswert besichert sind, unterliegen laut eToro nicht denselben CFD-Finanzierungskosten.
Was kostet das Copy Trading bei eToro im Vergleich zu eigenem Handel bei Libertex?
eToro erhebt keine zusätzliche Gebühr für das Kopieren eines Traders über den CopyTrader. Der Mindestbetrag beträgt aktuell 200 US-Dollar pro kopiertem Trader. Die normalen Handelsgebühren, also Spreads und Overnight-Kosten, bleiben bestehen. Libertex bietet keine vergleichbare Copy-Trading-Funktion, weshalb ein reiner Gebührenvergleich hier nicht sinnvoll ist.
Welche Einzahlungsmethoden sind für deutsche Trader bei beiden Brokern am günstigsten?
SEPA-Überweisungen sind in der Regel die kostengünstigste Option für deutsche Trader. Kreditkarten-Einzahlungen können von deutschen Banken als Bargeldvorschuss gewertet werden, was zusätzliche Bankgebühren auslöst. Bei eToro ist außerdem zu beachten, dass eine Einzahlung in Euro, die intern in eine andere Währung umgerechnet wird, einen Wechselkursaufschlag erzeugen kann.
Fällt bei Libertex eine Inaktivitätsgebühr an und wie hoch ist sie?
Ja. Libertex kann nach mehr als 180 Tagen ohne Handels- oder Finanztransaktion eine Gebühr von 10 Euro pro Monat berechnen. Wer das Konto längere Zeit nicht nutzt oder eine Handelspause einlegt, sollte diesen Kostenfaktor berücksichtigen. Bei seltener Nutzung kann diese Gebühr die gesamten Handelskosten übersteigen.
Müssen deutsche Trader bei Libertex und eToro Steuern selbst melden?
Ja. Beide Anbieter sind keine deutschen Inlandsbroker und führen die Abgeltungssteuer (25 % plus Solidaritätszuschlag, insgesamt ca. 26,375 %) nicht automatisch ab. Deutsche Trader müssen Gewinne selbst über die Anlage KAP in ihrer Steuererklärung angeben. CFD-Verluste können seit 2021 nur noch mit CFD-Gewinnen verrechnet werden, maximal 20.000 Euro pro Jahr. Mehr dazu unter <a href="/cfd-steuern-deutschland">CFD Steuern Deutschland.
Wie kann ich die Gesamtkosten für ein konkretes Instrument bei beiden Brokern vergleichen?
Der zuverlässigste Weg ist die direkte Eingabe identischer Parameter in die Gebührenrechner beider Plattformen: Instrument, Nominalwert, Hebel, Handelsrichtung und geplante Haltedauer. Spreads, Overnight-Sätze und Kommissionen sind variabel und können sich nach Marktbedingungen und Kontotyp ändern. Screenshots der Instrumentenspezifikationen mit Datum sind für einen belastbaren Vergleich unerlässlich.

Quellen und Referenzen

  1. [1] eToro Gebühren und Provisionen - eToro (Abgerufen: Oct 4, 2026)
  2. [2] eToro Gebühren - Handelsblatt Vergleich - Handelsblatt (Abgerufen: Oct 4, 2026)
  3. [3] eToro EU Allgemeine Geschäftsbedingungen (August 2026) - eToro (Abgerufen: Oct 4, 2026)
  4. [4] eToro Hilfe: Welche Gebühren und Kommissionen fallen an? - eToro Help Center (Abgerufen: Oct 4, 2026)
  5. [5] eToro CopyTrader - Offizielle Informationsseite - eToro (Abgerufen: Oct 4, 2026)
  6. [6] eToro CFD Overnight-Gebühren - eToro (Abgerufen: Oct 4, 2026)
  7. [7] eToro Hilfe: Overnight-Gebühren auf Aktien, Krypto und ETFs - eToro Help Center (Abgerufen: Oct 4, 2026)
  8. [8] eToro CFD Spreads - Offizielle Übersicht - eToro (Abgerufen: Oct 4, 2026)
  9. [9] n-tv Broker-Vergleich: eToro Gebühren - n-tv (Abgerufen: Oct 4, 2026)
  10. [10] n-tv Broker-Vergleich: Libertex - n-tv (Abgerufen: Oct 4, 2026)
  11. [11] Libertex FAQ: Handelstransaktionen und Gebühren - Libertex (Abgerufen: Oct 4, 2026)
  12. [12] eToro CopyTrader Guide (Januar 2026) - eToro (Abgerufen: Oct 4, 2026)

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